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GastautorenInnen auf undsoweiter.ch |
Ein Streber zum Verlieben |
von CorinaVerfasst: 13-jährigAlle Rechte bei der Autorin |
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Hi, Leute! Ich bin Jess, und erzähle euch heute meine Geschichte. Vielleicht sollte ich noch Einzelheiten über mich erzählen: Also, ich heisse Jess, bin vierzehn Jahre alt und schwarzhaarig, gross, dünn, und die meis-ten sagen, ich sei sehr hübsch. Wir waren auf dem Heimweg. Ich und meine zwei besten Freundinnen Laura und Jasmin. Laura war gross, dünn und blond. Jasmin hingegen war eine Brünette. Jasmin links eingehakt und Laura rechts, liefen wir nach Hause. "Au!", rief Laura plötzlich. Sie hatte einen Basketball an den Kopf gekriegt. Ich drehte mich um: hinter uns stand Lukas und grinste breit. Lukas wurde immer von Allen Streber genannt, denn er war fast immer der Klassenbeste bei Prüfungen. Ausserdem war er der Einzige, der noch nie versucht hat, mit einer von uns zusammenzukommen. Eigentlich war er gar nicht so hässlich, wie immer alle sagen; er war ein bisschen kleiner als ich und hatte braune Haare, eine kleine Stupsnase und braune, sehr schöne Augen. Soviel ich weiss, hatte er noch nie eine Freundin. Armer Kerl, dachte ich gerade, als ich hörte, wie Laura schrie, er solle gefälligst aufpassen, wohin er sein Strebergesicht halte. Doch Lukas liess sich nicht beeindrucken: er holte seinen Ball und ging immer noch grinsend weg. "So ein Schwein von Streber!", rief Jasmin und hakte sich wieder bei mir ein. Na ja, dachte ich, eigentlich sieht er ja gar nicht wie ein Streber aus. Er hatte nicht mal eine Brille auf. "So ein Schwein, nicht?", fragte Laura. Ich riss mich aus meinen Gedanken. Laura sah mich erwartungsvoll an. "Ja", antwortete ich deshalb. "Seit wann bist du denn so einsilbig?", fragte Jasmin verwun-dert. "Ach, ich bin nur ein wenig müde." Zuhause dachte ich noch lange über Lukas nach. Warum ihn keiner mag und warum er nicht wie ein Streber aussieht. Doch, wie immer, kam ich zu keinem Ergebnis. Am nächsten Tag, in der 10-Uhr-Pause, sah ich Lukas wieder. Er war eine Klasse höher, deshalb sah ich ihn jeweils nur in den Pausen. Laura und Jasmin waren mal ausnahmsweise nicht bei mir: sie mussten in der Pause drinnen bleiben, weil sie den Unterricht gestört hatten. Ich stand also alleine auf dem Pausenhof und starrte Lukas an, bis mir plötzlich der Atem stockte: Nein, das darf nicht wahr sein! Erschro-cken stellte ich fest, dass ich ein Kribbeln im Bauch hatte. Ich bin doch nicht etwa ... Nein, das kann nicht sein ... Ich nahm mir vor, nicht weiter darüber nachzudenken und vorerst Jasmin und Laura nichts zu sagen. Das mit dem Nichts-Sagen fiel mir nicht weiter schwer, aber nicht darüber nachzudenken, schaffte ich, wenns gut kam, knapp zehn Sekunden. Mit der Zeit musste ich mir eingestehen, dass ich Lukas mag. Vielleicht sogar sehr mag. Es gab nur ein Problem: Lukas wollte anscheinend nichts von mir, und wenn doch, wäre ich für Jasmin und Laura gestorben. Sie würden es nie dulden, dass ich mit "diesem Streber" zusammen bin. Irgendwann hielt ich es nicht mehr länger aus, und ging zu Lukas: "Hi", sagte ich ein wenig schüchtern. "Hi", entgegnete er. Wir führten ein ziemlich ödes Gespräch. Bis Lukas mich fragte, ob ich nachher mit ihm was trinken gehen wolle. Natürlich sagte ich zu, bat ihn aber, Laura und Jasmin nichts zu sagen. Also ging ich nach der Schule zum Café, das nicht weit von der Schule lag. Jasmin und Laura hatte ich gesagt, dass ich nochmals in die Bibliothek müsse, weil ich dort was vergessen hätte. Als ich die Tür zum Café öffnete, sah ich ihn sofort. Er fingerte nervös an seinen Haaren rum, was mich irgendwie glücklich machte. Ich steuerte auf den Tisch zu und kontrollierte dabei im Fenster Haare und Make-up. "Hi", sagte ich, während ich mich auf den Stuhl ge-genüber von ihm fallen liess. "Hi, ich habe für dich eine Cola bestellt. Ist das O.K.?" "Ja, super, ich liebe Cola", sagte ich schnell, obwohl ich - ehrlich gesagt - lieber eine Fanta gehabt hätte. "Na, wie läufts in der Schule", hörte ich mich fra-gen. "Na ja, in den letzten fünf Prüfungen war ich Klassenbes-ter." "Super! Wenn ich nur halb so gut wäre in der Schule wie du, würde ich Jura studieren", sagte ich grinsend. Er grinste auch - nein, er grinste mich an, und sagte: "Anderes Thema: Wissen Jasmin und Laura, dass du hier bist?" "Nee, ich habe ihnen gesagt, ich müsse nochmals in die Biblio-thek", entgegnete ich. Langes Schweigen. "Warum bist du hier? Ich meine, warum lässt du dich mit dem ‚Streber' ein", fragte Lukas. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und sagte: "Ich weiss nicht, aber es könnte sein, dass ich den ‚Streber' mag - sogar sehr mag." Ich kam mit ihm zusammen. Und Laura und Jasmin ... Na ja, sie schweigen mich noch heute an. Aber das Einzige, was zählt, ist doch, dass ich meine grosse Liebe gefunden habe! |
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