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Im Dunkeln

von Manuela

Verfasst: 17-jährig

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Dunkelheit. Wie wenn meine Gefühle schwarz angemalt wären, um sich in der Nacht zu verstecken. Ich kann sie nicht finden, nicht erkennen. Abtasten, und versuchen zu erraten, welches Gefühl dargestellt wird. Manchmal ist es zum Verzweifeln. Es dünkt mich, dass je länger ich danach suche, desto unklarer werden sie. Kläglich versuche ich dann, sie festzuhalten.

Es geschehen Dinge mit mir, welche ich nicht verstehe. Es erfüllt mich plötzlich eine hoffnungslose Traurigkeit, die aus meinem tiefsten Innern zu kommen scheint. Als hätte ich ein tiefes, dunkles Loch in mir drinnen. Mir schiessen Tränen in die Augen und ich heule nur noch, werde von Krämpfen geschüttelt, und was am schlimmsten für mich ist: ich bekomme Lust, mir weh zu tun. Ich habe Angst bei solchen Gedanken, sie schockieren mich geradezu, und doch verspüre ich einen Reiz dabei!

Solche Momente sind schlimm. Dann wäre ich am liebsten ganz weit weg, einfach nicht mich selbst.

Manchmal bin ich glücklich, könnte die ganze Welt umarmen. Dann habe ich alles und jeden total gerne. Leider braucht es nicht viel, um mich in solchen Situationen wieder traurig zu stimmen.

Im Moment beschäftigen mich meine Gefühle extrem. Ich will wissen, was ich fühle, wie sich dieses Gefühl anfühlt, ob es wahre Gefühle sind. Ich drehe mich wie im Kreis. Aus jeder beantworteten Frage und jeder Erkenntnis, ergeben sich wieder Tausende von neuen Fragen.

Ich will auch einzelne Situationen oder Gefühle nicht wahrhaben. Ich sehe alles so, wie ich es haben will und unterdrücke meine wahren Gefühle. In meinem Innern befindet sich eine Art riesengrosser Felsblock, der alle meine Gefühle unter sich begräbt. Dies zeigt mir, dass ich bis jetzt wohl eher mit meinem Kopf gefühlt habe und meine wahren Gefühle nicht wahrhaben wollte. Und jetzt kenne ich meine Gefühle zu wenig, um sie im Dunkeln wieder zu erkennen. Ich will nicht mehr vor mir selbst davonlaufen. Ich will Licht in mich bringen können. Erkennen können, was in mir vorgeht. Ich will nicht mehr traurig sein, ohne zu wissen, weshalb. Ich will, wenn mich jemand fragt wie es mir gehe, sagen können, wie es mir geht. Nicht zuerst studieren müssen, was ich sagen soll.

Diese Phasen haben wahrscheinlich viele Menschen. Wünschen würde ich sie niemandem. Man kommt sich vor, wie wenn man mit einer Glashülle umgeben durch die Welt geht. Manchmal gibt es Menschen, die durch diese Hülle hindurch zu einem gelangen, und dann scheint es wieder, wie wenn alle auf einer anderen Insel wären. Sie verstehen einen nicht, und man versteht sich selbst nicht.


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