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Pubertät und Adoleszenz
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Inhalt
2. Quellen
Alfred Adler
Alfred Adler
Alfred Adler
3. Begriffe
4. Allgemeines zur Pubertät
Zeitpunkt und Dauer
Als Pubertäts-Gen wird das Gen GPR54 auf dem Chromosom 19 bezeichnet. Dieses Gen löst aus: Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, hormonelle Veränderungen, Menstruation etc.
Die Pubertät setzt sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen immer früher ein: Pro Jahr zirka 2 Wochen bis 1 Monat (ja nach Berechnungsart). Vor 150 Jahren: im Alter von 16,6 Jahren.
Beginnt zwischen 10 und 17 Jahren und hält 3 bis 6 Jahre an.
4. Allgemeines zur Pubertät
Zeitpunkt und Dauer
Bei einem Beginn im Alter zwischen 10 und 14 Jahren spricht man von einer „frühen“, von 14 bis 16 Jahren von einer „mittleren“ und von 16 bis 21 Jahren von einer „späten“ Adoleszenz.
Nach Jeanne Meijs durchläuft jedes Jugendliche die Pubertät in drei Phasen: 1. Gedankenpubertät (13 - 15-jährig) 2. Gefühlspubertät (15 - 17-jährig) 3. Willenspubertät (17 - 18-jährig)
4. Allgemeines zur Pubertät
Zeitpunkt und Dauer
Sexuelle Aktivität und Verhütungsmittel Wie früh und wie häufig Heranwachsende sich auf sexuelle Aktivitäten einlassen, ist mit verschiedenen Faktoren verbunden. Heranwachsende haben durchschnittlich bei folgenden Faktoren eher Sex, vor allem wenn diese gekoppelt vorliegen: - frühe Pubertät - Scheidung der Eltern / allein erziehende Elternteile - große Familien - wenig oder kein religiöses Engagement - sexuell aktive Geschwister und Freunde - schlechte Schulleistungen - niedrige Bildungsziele - Tendenz zu normwidrigem Verhalten
4. Allgemeines zur Pubertät
Zeitpunkt und Dauer
Sexuelle Aktivität und Verhütungsmittel 15% der Jungen und 12% der Mädchen benutzen bei ihrem ersten Geschlechtsakt kein Verhütungsmittel! (Deutschland, 2004)
Die Prävention durch Aufklärung darf also nicht als „erledigt“ abgehakt werden!
4. Allgemeines zur Pubertät
Zeitpunkt und Dauer
Frage: Wollen wir, dass unsere Kinder noch für mindestens zehn Jahre Kinder bleiben, brav, folgsam und häuslich wie ein Schosshündchen? Oder wollen wir, dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte auszutragen, auf eigenen Beinen zu stehen?
4. Allgemeines zur Pubertät
Ablösung von Mutter und Vater
Hauptaufgabe der Jugendlichen in der Pubertät ist es, sich frei zu strampeln und im Chaos, in das sie sich stürzen, einen Weg finden, mit dem sie sich identifizieren können.
4. Allgemeines zur Pubertät
Ablösung von Mutter und Vater
Zuerst Freundschaft mit (gleichgeschlechtlichen) Gleichaltrigen
dann Zuwendung zu einer Gruppe von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten (peer-group, Cliquen), deren Führerschaft sie als unumstrittene Autorität anerkennen
und/oder Hinwendung zu Leitfiguren wie Filmschauspielern, Dichtern, Philosophen, Politiker, Gurus oder Idole der Popkultur
In der späten Adoleszenz verliert die Gruppe an Attraktivität und es kommt zur Aufnahme von Intimbeziehungen, die dann eine neue, wichtigere Stütze sind.
4. Allgemeines zur Pubertät
Ablösung von Mutter und Vater
Die Ablösung von den Eltern ist in den Augen von Jugendlichen ein Wagnis, ein Abenteuer; ein Experiment, das viele Gefahren in sich birgt, ein Gefühl der Unsicherheit auslöst und bei dem sie Risiken eingehen müssen.
Jugendliche wollen aller Welt zeigen, dass sie „anders“ sind (vor allem anders als ihre Eltern).
Leider wird dieses Verhalten von den Eltern oft zu oberflächlich als emotionale Zurückweisung verstanden.
4. Allgemeines zur Pubertät
Ablösung von Mutter und Vater
Trost für die Eltern:
Die Kinder wollen von uns nach wie vor geliebt werden, wenn auch nicht mehr so wie bisher.
Die Kinder brauchen uns Eltern nach wie vor, wenn auch nicht mehr so wie bisher.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Knochen und Muskeln
Wachstum bis zu 8 Zentimeter pro Jahr. Zwischen 10 und 17 Jahren kommt es zu einer Verdoppelung der Muskelmasse, zwischen 12 und 16 trifft dies auch auf die Knochenmasse zu. (dafür verantwortlich: Das Wachstumshormon Somatotropin [STH]. Die Pubertät ist das Lebensalter mit einer ausgeprägten STH Produktion).
Körperproportionen fallen temporär aus dem Gleichgewicht (Muskeln und Knochen temporär schlecht aufeinander abgestimmt. Kann zu Verspannungen und Schmerzen führen.)
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Hormone
Auf einmal schwimmen Östrogene rum (bei Mädchen),
unverhofft tummeln sich Testosterone (bei Jungen),
plötzlich toben Androgene (Sexualhormon),
jäh wütet Adrenalin (Stresshormon),
über Nacht produzieren Talgdrüsen überschüssiges Hautfett (Pickel/Akne).
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Hormone (zusätzliche Erklärungen)
Sowohl Östrogene (bilden sich in den Eierstöcken) als auch Testosterone (bilden sich in den Hoden) sind bei beiden Geschlechtern vorhanden, nur in unterschiedlichen Mengen. Das ist der Grund, weshalb 50% der Jungen zeitweise eine Vergrößerung der Brust haben. (Pubertätsgynäkomastie, unbedenklich, nur ärztliche Untersuchung nötig, wenn sich die Brust nicht wieder zurückbildet).
Adrenalin erhöht Blutdruck und Herzfrequenz, schaltet Magen-Darm-Trakt aus, erweitert die Bronchien, setzt Glucose frei und erhöht somit den Blutzuckergehalt, u.a.m.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Hormone
Das verzögerte Bilden des Hormons Melatonin verhindert, dass die Jugendlichen rechtzeitig müde werden. Viele gehen erst nach zwölf ins Bett und können selbst dann nicht einschlafen.
Das auch so schon grosse Unsicherheitsgefühl eines Heranwachsenden wird durch all die genannten Umstände zusätzlich verstärkt.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Wie funktioniert ein Hirn?
Das menschliche Hirn besitzt Schätzungen zu Folge zirka 100 Milliarden Nervenzellen, welche durch ca. 100 Billionen Synapsen eng miteinander verbunden sind. Das heißt, dass jedes Neuron im Schnitt mit 1000 anderen Neuronen verbunden ist und somit im Prinzip jedes beliebige Zielneuron von jedem Startneuron aus in höchstens 4 Schritten erreichbar ist.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Kooperation zweier spezifischer Hirnareale / enge Abstimmung aufeinander:
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Amygdala (=griechisch, deutsch = Mandelkern)
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Präfrontaler Kortex
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Zusammenspiel Amygdala und Präfrontaler Kortex Weise handeln heisst:
Amygdala und Präfrontaler Kortex sind gut aufeinander abgestimmt.
Die „Gefühle“ von Amygdala wahrnehmen, nicht blockieren, nicht negieren, aber auch
„nicht jedem Gefühl folgen“ = Gefühle nicht auf alle Verhaltensweisen durchschlagen lassen (Prüfung durch präfrontalen Kortex)
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Myellinhüllen
Myellin ist der medizinische Fachausdruck für die fetthaltige Isolationshülle, die unsere Nerven spiralförmig umwickelt.
Man kann sie mit der Plastikhülle um ein Elektrokabel vergleichen.
Man spricht auch von der Myellin- oder Markscheide (daher: Entmarkung).
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Myellinhüllen
Dieses Myelin hüllt die Axone ein, die langen Fortsätze der Nervenzellen im Gehirn. Die Nerven-Signale laufen dadurch 30-mal schneller (sie erreichen eine Geschwindigkeit von 100 Metern pro Sekunde!). Allerdings hat diese Effizienz ihren Preis: Gehirnverbindungen sind nun starrer und nicht mehr so flexibel. Bei Kleinkindern ist das noch nicht der Fall. Deshalb haben sie nicht die geringste Schwierigkeit, Fremdsprachen zu lernen. Sie lernen Vokabeln und Grammatik quasi im Spiel (Hirnzellen können sich leicht verknüpfen, weil sie noch kein Myellin umhüllt). Der amerikanische Hirnforscher Harry Chugani fragt sich daher, warum sich Schüler erst in der kritischen Phase des Gehirns daran machen müssen, in der Schule Sprachen zu lernen. Die Hirnforschung sagt: eindeutig zu spät.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Bei pubertierenden Jugendlichen ist der Präfrontale Kortex noch nicht vollständig ausgebildet.
Bei pubertierenden Jugendlichen sind die Fortsätze der Nervenzellen im Gehirn noch nicht mit einer Myellin-Hülle „geschützt“.
5. Körperliche Pubertätsmerkmale
Gehirn
Solange die im Präfrontalen Kortex angelegte Urteilskraft nicht ausgebildet ist, schlagen die Impulse des Gefühlszentrums Amygdala ungehindert aufs Verhalten durch (nicht abgewägt, nicht kontrolliert).
Gilt bei Kindern als Unbefangenheit.
Gilt bei Jugendlichen aber als Unverschämtheit. "Man" erwartet bereits ein Abwägen, obwohl sie dazu noch nicht in der Lage sind. (Test: Bild eines furchtverzerrten Gesichtes; die Regung wurde bei allen Erwachsenen als „Furcht“ erkannt, jedoch nur bei jedem 2. Jugendlichen.)
„Kabel“ im Gehirn noch nicht isoliert (keine Myellinhüllen) - freiliegende „Kabel“ geraten aneinander = plötzliche Attacken und temporär unkontrolliertes Verhalten. Und Amygdala schlägt durch, ohne vom Präfrontalen Kortex geprüft zu werden.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Allgemeines
tief greifende psychische und soziale Neuorientierung
neues Bewusstwerden über das eigene Ich
ein Sich-Loslösen von Vater und Mutter
ein Eingliedern in die Gesellschaft der Erwachsenen
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Allgemeines
Dr. Steffen Fliegel fasste es so zusammen: "Zu keiner Zeit seines Lebens ist der Mensch so stark mit moralischen Werten und Fragen beschäftigt wie in der Pubertät.“ Er spricht von Krisen, die häufig von Minderwertigkeitsgefühlen begleitet würden, welche durch Schuldgefühle belastet und von fundamentalen Ängsten in Bezug auf Fragen nach der Identität, des Daseins und Problemen des Versagens getragen würden.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Allgemeines
Jugendliche befinden sich in einer Gefühlslabilität (Johann Wolfgang von Goethe: „Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt“).
Jugendliche praktizieren eine übertriebene Selbstkritik.
Jugendliche fühlen sich bedeutungslos und neigen zu depressiver Verstimmung (kann bis zu Suizidgedanken führen).
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Identitätsfindung
Allgemeines zur Identitätsfindung
Die Identität ist das Bild, das man von sich selbst, von seiner eigenen Persönlichkeit malt; ein Selbstportrait also.
Zum Malen nimmt man hauptsächlich die drei Farben Selbstbild, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
Das daraus entstehende Gemälde ist und bleibt aber ein unvollendetes, denn wir schmieren in jeder Phase unseres Lebens immer wieder mal dran rum, retuschieren, radieren aus, streichen durch oder übermalen.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Identitätsfindung
Allgemeines zur Identitätsfindung
Es gibt zwei Stadien, während denen der Mensch in dieser Hinsicht besonders leidenschaftlich von der Muse geküsst wird: zum einen ist es die Adoleszenz und zum andern das „Mittelalter“ (Midlife-Crisis). Die wichtigste Phase für die Entwicklung der Identität ist und bleibt aber die Adoleszenz.
Die einschneidenden körperlichen Veränderungen während der Pubertät führen dazu, dass der Teenager das Bild, das er bisher von sich und seinem Körper hatte, nicht nur überdenkt, sondern geradezu neu definiert.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Identitätsfindung
Allgemeines zur Identitätsfindung
Dazu experimentiert er mit neuen Rollen und Verhaltensweisen: Da wird zum Beispiel Gleichgültigkeit demonstriert um uns „Alten“ als unnütz und unfähig hinzustellen, oder es wird mit Aufsässigkeit und Rebellion gegen bisherige Normen protestiert.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Identitätsfindung
Allgemeines zur Identitätsfindung
Wie sieht das wahre Weltbild denn aus?
Es gibt nicht eine einzige Welt, es gibt auch nicht 100 oder 1000 Welten - es gibt so viele Welten wie es Menschen gibt!
Beispiel: Bei Freunden oder Bekannten zu Besuch - es „riecht“ dort anders, die Art des Zusammenlebens ist anders, die ganze Stimmung ist anders. Es wird nach anderen Werten gelebt. Eine etwas andere Welt!? Arthur Schopenhauer: "Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt."
Eltern geben Ihr spezielles, eigenartiges Weltbild ihren Kindern weiter. Während der Adoleszenz wird dieses Weltbild in Frage gestellt oder sogar umgeworfen. Jugendliche malen dann ihr eigenes Weltbild - aber immerhin malen sie mit ähnlichen Farben…
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Die Situation des Menschen in der Natur ist durch eine allgemeine körperliche Unzulänglichkeit gekennzeichnet: Der menschliche Organismus verfügt nicht über ausreichende Kräfte und Fähigkeiten, die ihm ein Überleben ermöglichen könnten. Er hat nicht die Schnelligkeit der Beine, nicht die Muskelkraft starker Tiere, nicht die Zähne eines Raubtieres, nicht die Feinhörigkeit und die scharfen Augen, um sich in einem solchen Kampf zu behaupten. Als Gattung ein schwaches Wesen, das sich nur durch den sozialen Zusammenhalt sein Überleben in einer feindlichen Umwelt sichern kann.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Rudolf Dreikurs*: "Das Kind erlebt seine Geringfügigkeit, wenn es sich mit der Grösse, der Macht und den Fähigkeiten seiner Eltern, anderer Erwachsener und älterer Geschwister vergleicht." Alles um das Kind herum ist grösser, stärker und hat mehr Fähigkeiten. *Schüler von Alfred Adler
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Das Erlebnis seiner Schwäche und Hilflosigkeit ist aber der wichtigste Antrieb für das Kind, ein Ziel, einen Zustand anzustreben, von dem es sich Sicherheit und Geborgenheit verspricht. Das Kind will nicht in seiner Minderwertigkeit verharren, sondern will besser und stärker werden.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Das Gefühl der Minderwertigkeit ist also der Motor, der alle menschlichen Regungen antreibt, um in sich die Fülle menschlicher Fähigkeiten zu entfalten: - Es ist die treibende Kraft, der Punkt, von dem alle Bestrebungen des Kindes ausgehen. - Es ist der Ausgangspunkt um sich ein Ziel zu setzen, in dem alle Beruhigung und Sicherstellung des Lebens erwartet wird. - Es ist die Motivation, einen Weg einzuschlagen, der zur Erreichung dieser Ziele geeignet scheint.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Das Minderwertigkeitsgefühl darf also nicht nur negativ, sondern muss auch als durchaus positiv gesehen werden.
Das Minderwertigkeitsgefühl birgt aber auch grosse Gefahren: Das Überwindungsstreben wirkt sich nur so lange als Ansporn zu Lernprozessen, als das Kind eine Möglichkeit sieht, aus seiner Kleinheit und Schwäche herauszuwachsen. Wenn ein Mensch diese Möglichkeit nicht mehr erkennen kann, spricht man von einem Minderwertigkeitskomplex. Das Gefühl der Minderwertigkeit ist also nur so lange gut und nützlich, wie man einen Weg daraus erkennen kann.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
angeborenes Minderwertigkeitsgefühl
Die Gefahren:
- Pädagogisches Unwissen
- Ungeschick der Beziehungspersonen
- "verhätschelnde" Erziehung (später mehr darüber)
- autoritäre Erziehung (später mehr darüber)
- erschwerte Lebenssituation. Das alles kann dazu führen, dass man keine Möglichkeit mehr sieht, die Minderwertigkeit zu überwinden. Folge: Aussichtslosigkeit, Resignation, sinkender Lebenswille, Mutlosigkeit, Flucht (in süchtiges Verhalten oder gar in den Tod).
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Überkompensation
Der menschliche Organismus neigt dazu, eigene Schwächen zu kompensieren oder gar zu überkompensieren. Zum Beispiel: Musiker/ Komponisten mit Ohrenleiden (Beethoven). Die dem Minderwertigkeitsgefühl entsprechende Unsicherheit bewirkt eine verstärkte Tendenz nach Sicherung und Geltung, so dass das Kind sich nur von einem Ziel absoluter(!) Sicherheit und Überlegenheit eine ausreichende Kompensation erhofft. Aber weder absolute Überlegenheit noch absolute Sicherheit sind erreichbar (unerreichbares Ziel!).
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Überkompensation Negativ: Man glaubt sich nur geschätzt und geliebt unter den Menschen, wenn man sein (zu) hohes Ziel erreichen kann (übertriebenes Geltungsstreben). Weil das aber nicht möglich ist, wird das Minderwertigkeitsgefühl noch verstärkt (Teufelskreis, nur zu unterbrechen durch Stärkung des Gemeinschaftsgefühls).
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl - Kern der Persönlichkeitstheorie nach Alfred Adler
Das Gefühl der Sicherheit kann der Mensch nur in der Gemeinschaft haben (ohne Gemeinschaft mit den Eltern wäre ein Baby weder lebens- noch entwicklungsfähig).
Gemeinschaft haben = Überleben sichern.
Der Mensch kommt nur zur Ruhe, wenn er sich auf den Mitmenschen ausrichtet und sich der Gemeinschaft zugehörig fühlt.
Aufgehoben kann die Menschenangst nur durch das Band werden, welches den Einzelnen mit der Gemeinschaft verknüpft.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl
Somit: Ein Überwinden des angeborenen Minderwertigkeitsgefühls ist nur durch die Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl möglich.
Somit: Gemeinschaftsgefühl gibt dem Leben Sinn - und "Sinn" heisst "Zusammenhang". Nur alles, was in einem Zusammenhang gesehen wird, empfinden wir als sinnvoll.
Somit: Gemeinschaft = Zusammenhang = Sinn
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl
Anthropologischer Aspekt des Gemeinschaftsgefühls: Ursprung des Gemeinschaftsgefühls ist die Notwendigkeit des Menschen der Urzeit, sich zur Existenzsicherung gegenüber Tieren und Naturgewalten zusammenzuschliessen.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl
Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls
Gemeinschaftsgefühl ist nicht angeboren (im Gegensatz um Minderwertigkeitsgefühl). Angeboren ist lediglich die Möglichkeit, das Gemeinschaftsgefühl bewusst zu entfalten.
Die Entwicklung dieser Fähigkeit geschieht im mitmenschlichen Bezug der frühen Kindheit und ist abhängig davon, wie viel liebevolle Zuwendung, Vertrauen und Ermutigung dem Kind von seinen ersten Bezugspersonen entgegengebracht wird. Setzt also eine Erziehung zur Gemeinschaft voraus. Das Gefühl und das Verhalten der Eltern sind also von eminenter Bedeutung.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl
Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls
Je besser es dem Erzieher gelingt, das Gemeinschaftsgefühl beim Kind zu wecken, desto besser wird es für das Leben überhaupt vorbereitet sein.
Im wechselseitigen Geben und Nehmen liegt aber das Wesen jeder Gemeinschaft begründet.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Gemeinschaftsgefühl
Störungen des Gemeinschaftsgefühls
Wenn das Kind die Empfindung hat, andere Menschen seien ihm feindlich gesinnt; wenn es glaubt, es sei von Feinden umgeben und kämpfe mit dem Rücken zur Wand.
Förderung des Gemeinschaftsgefühls
Kein „Zuwenig“ und kein „Zuviel“ an Zuwendung.
Beziehung auf einer gleichwertigen Ebene
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Entmutigung Wer ist entmutigt?
All jene, die keine Möglichkeit mehr sehen, ihre eigene (angeborene) Minderwertigkeit zu überwinden, und/oder
All jene, die sich nicht in eine Gemeinschaft eingebunden fühlen.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Entmutigung durch autoritäre Erziehung
Achtung und Würde des Kindes wird dauernd verletzt.
Es erlebt weder Liebe noch Zuneigung.
Es kann sich nicht als zugehörig und angepasst empfinden.
Das Gefühl kann sich nicht entwickeln, ein Teil eines Ganzen zu sein.
Es fühlt sich bedroht, hat Angst und hält sich deshalb zurück.
Es empfindet den Menschen als Gefahr, nicht als Mitmensch.
Es wird ihm die lebenswichtige Hoffnung stets genommen, seine Minderwertigkeit Schritt um Schritt zu überwinden (kein persönlicher Freiraum/Spielraum).
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Entmutigung durch autoritäre Erziehung
Menschlichkeit kann nur aus der warmen Beziehung zu Mutter und Vater erlernt werden.
Vorsicht bei sog. "Bannbotschaften" (= immer wieder ausgesprochene, erniedrigende "Sprüche", die sich das Kind einprägt und die es sein ganzes Leben lang nicht mehr loskriegt): -"Lass das, das geht sonst bloß wieder schief!" - "Das schaffst du nie!", und ähnliches. Viele dieser Botschaften brennen sich ins Unterbewusstsein ein und wirken dort lebenslang als Erfolgsverhinderer.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Entmutigung durch „verhätschelnde“ Erziehung
Wenn die Eltern das Kind von jeder Mithilfe und jeder Mitarbeit entbinden,
es mit Liebkosungen und Zärtlichkeiten überhäufen,
für das Kind ständig handeln, denken und sprechen.
Das Kind wird so dazu verleitet, sich immer im Mittelpunkt zu sehen und alle anderen Situationen und Menschen als feindlich zu empfinden.
Das Kind wird sich der Beziehung all jener Personen entziehen, die ihm nicht ein gleiches Mass von Wärme entgegenbringen.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Entmutigung durch „verhätschelnde“ Erziehung
Das Kind hat keine Chance, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und wertvolle eigene Erfahrungen zu machen, weil ihm Mutter oder Vater alles(!) abnimmt. = keine Aussicht auf ein Überwinden-Können des Minderwertigkeitsgefühls.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Signale des Jugendlichen
Achten wir auf entsprechende Signale, wie zum Beispiel
ein liebloser Umgang mit dem eigenen Körper,
süchtiges Fernsehen oder
süchtiges Essen.
Damit will das Kind von seiner eigenen Bedeutungslosigkeit ablenken.
6. Psychische Pubertätsmerkmale
Der Mensch ein minderwertiges Wesen?
Diskrepanz Körper/Geist:
Der Körper des Jugendlichen kann temporär weiter entwickelt sein, als sein Geist (Diskrepanz zwischen physischer und sozialer Reife).
Verhalten der Eltern: Das Jugendliche unterstützen und den einen oder anderen Rollen- und Statuskonflikt von ihm fernhalten, indem sie von ihm nicht ein Verhalten eines Erwachsenen erwarten, zu dem es noch gar nicht fähig ist, oder es umgekehrt nicht noch wie ein Kind behandeln, wenn es sich schon halb oder ganz erwachsen fühlt.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Revolution / Evolution
„Wer in der Jugend nicht revolutionär, im Erwachsenenalter nicht evolutionär ist - der kann oder will nichts verbessern!“ (Willi Brandt [1969 - 1974], Bundeskanzler)
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Was bedeutet "Sinn"?
Sinn empfinden wir immer dann, wenn wir Zusammenhänge erkennen.
Sinn = Zusammenhang.
Kein Zusammenhang = Unsinn, Leere, Trostlosigkeit. Jugendliche sind sehr stark mit der Sinnsuche beschäftigt. Und es ist für sie sehr schwierig, motivierende Zusammenhänge zu erkennen.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Drama der Befreiung / Tragödie der Erfahrung des Nichts
Wo sind bloss die (Eck-)Werte geblieben?
Es gibt soziale, kulturelle, religiöse und familiäre Werte.
Das „man“ hat in der Moderne weitgehend ausgedient. Pubertierende früherer Generationen spürten in ihrer Rebellion immerhin ein paar Eckwerte oder Stützen: „man“ tut das nicht; „man“ sollte das nicht; u.s.w.
Wo findet „man“ heute solche Werte? In einer Zeit fast unbegrenzter Möglichkeiten? In einer Zeit der Vermischung von Kulturen? In einer Zeit religiöser Schwäche? In einer Zeit, wo Traditionen verschwinden?
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Drama der Befreiung / Tragödie der Erfahrung des Nichts
Wo sind bloss die (Eck-)Werte geblieben?
Das Jugendliche muss also das „man“ suchen gehen, für sich selbst ein individuelles „man“ definieren. Das bedeutet: Überforderung des Jugendlichen durch Hin-und-Her-gerissen-Sein. Früher wurden die Pubertierenden zwar auch "ins kalte Wasser geworfen", aber sie fanden dort immerhin klare Strömungen vor; heute sprudelt's aus allen Richtungen.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Zeitempfinden
Benjamin Franklin (1706–90) prägte den Spruch: „Zeit ist Geld“. Bis ins 17. Jahrhundert war „Zeit“ mit „Wetter“ gleichzusetzen: alles kehrt wieder. Ein Aufwiegen der Zeit mit Geld war verpönt, denn alle Zeit gehörte Gott, und der lässt sich nicht mit Geld aufwiegen.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Zeitempfinden
Es gibt eine zyklische und eine lineare Zeitauffassung
Zyklische Zeitauffassung:
Vormoderne Kultur des Raumes, die zwar eine Zeit kennt, aber eine zyklische, wiederkehrende Zeit, in der es auf Sekunde und Stunde nicht ankommt. Die zuverlässige Wiederkehr von Jahreszeiten, von Geburtstagen, von Ferien, von Ritualen wie Ostern und Weihnachten. Verpasste Chancen kommen wieder. Es bleibt Zeit, es noch einmal zu machen und vielleicht besser zu machen.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Zeitempfinden
Es gibt eine zyklische und eine lineare Zeitauffassung
Lineare Zeitauffassung:
Die Zeit der Moderne, die Zeit des Fortschreitens. Jeder Moment kommt nur einmal, alles ist vergänglich. Stress. Verpasste Chancen. Trostloser als zyklisch (weil kein „Verbessern“ mehr möglich)
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Zeitempfinden
Kinder und Jugendliche kommen (noch) aus einer zyklischen Welt!
Erst mit der Pubertät wird der Wechsel der Welten vollzogen, der einem Fall aus dem Raum in die Zeit gleichkommt. Das bedeutet: ein heikler und nicht zu unterschätzender Werte-Wandel, der die Unsicherheit des Jugendlichen zusätzlich verstärkt und die angestrebte Neuorientierung erschwert.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Begrenztheit / Transzendenz
Gegen die Erfahrung der Begrenztheit und Endlichkeit, die im Laufe des Lebens immer stärker ins Bewusstsein von Jugendlichen rückt (linerales Zeitempfinden), setzen junge Menschen die Erfahrung des Darüberhinaus, der Utopie, der Transzendenz, der Überschreitung, wie sie in Traumwelten aller Art möglich ist.
Denn das aus moderner Befreiung hervorgehende, zusammenhanglose, fragmentierte Leben wird als Leben im Nichts erfahren und macht die Suche nach Traumwelten mit kunstvollen und künstlichen Mitteln zur Suche nach Sinn, zum verzweifelten Versuch, zusammenhänge im Wortsinne zu „spinnen“, also Netze zu knüpfen, in deren Geflecht sich wieder leben liesse.
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Begrenztheit / Transzendenz
Virtueller Raum
Die Phantasie spielt alle nur denkbaren Kombinationen durch, die „Sinn machen könnten“.
Die Erfahrung, die etwa die elektronische „Vernetzung“ vermittelt, nämlich dass alles mit allem in Zusammenhang steht, dürfte ein Grund für die Sinnerfahrung im virtuellen Raum für viele junge Menschen sein. Vielleicht deshalb die beliebten "Chats„?
7. Pubertät aus philosophischer, sozialer und kultureller Sicht
Begrenztheit / Transzendenz
Drogen
Traumwelten lassen sich auch mit Drogen finden.
Der Entmutigte flieht in die Drogen, weil er keine Möglichkeit mehr sieht, sein Minderwertigkeitsgefühl weiterhin Schritt für Schritt abzubauen.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Konflikte
Grundsatz:
Konfliktarme Entwicklungen geben eher Anlass zur Sorge, als konfliktreiche.
Signale:
Eltern rebellierender Kinder sollten sich glücklich schätzen, dass ihre Schützlinge so offene und so gezielt zu unterstützende Signale aussenden, und sollten dieses Benehmen nicht als Verhaltensstörung verstehen.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Konflikte
Die innere Unabhängigkeit und die Eigenständigkeit, die sich Jugendliche während der Pubertät erwerben, sind später im Leben weitaus schwerer zu bekommen.
Wenn ein Kind nicht pubertiert, bezahlt es mit seelischer Unfreiheit: Die Chance, die eigene Individualität zu entdecken, zu erproben und zu festigen, ist ungenutzt geblieben. Henning Köhler spricht in diesem Zusammenhang vom "Drama des folgsamen Kindes".
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Konflikte
Grundsatz:
Je enger das Verhältnis zwischen Kind und Eltern war, desto stürmischer wird der Trennungskampf.
Pflichtsuche:
Eltern müssen sich bewusst werden, dass sich ihre Kinder Konfliktbereiche geradezu suchen müssen! Denn ohne Konflikte ginge die aufkommende Aggression zu sehr nach innen, was zu psychosomatischen Auffälligkeiten, Störungen und Krankheiten führen würde.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Konflikte
Wer meint, jeden Konflikt bis zum - meistens bitteren - Ende austragen zu müssen, verpufft unnötig Energie bei Nebensächlichkeiten.
Vielmehr sollten sich Eltern überlegen, welchen „Kampf“ sie gewinnen müssen und welchen nicht. Wie in allen Bereichen des Lebens gilt auch hier: Prioritäten setzen!
Eltern sollten abwechselnd auf Autorität verzichten, unempfindlich gegen Attacken sein; aber wenn immer nötig Mitgefühl und Unterstützung anbieten.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Aggressionen
Es muss raus!
Auf keinen Fall dürfen Eltern es zulassen, dass Aggression und Depression in ihren Kindern verborgen bleiben, denn das könnte zu irrationalem Mut zum Risiko führen. Tram- oder Zug-Surfen zum Beispiel, oder Selbstverstümmelung („Pearcing“?), aber auch Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsum sowie gewalttätige Auseinandersetzungen, Mitführen einer Waffe, ungeschützter Geschlechtsverkehr und anderes mehr.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Aggressionen
Der Sport Ein hervorragendes Mittel um Aggressionen abzubauen ist der Sport: Im spielerischen Wettkampf kann ein Kind - seine Tüchtigkeit beweisen - sein Selbstvertrauen stabilisieren und - eben - - seine Aggressionen abbauen. Im Wechselbad von Erfolg und Misserfolg festigt sich in ihm das Realitätsprinzip. Es lernt, Regeln zu akzeptieren, sich in eine Gruppe einzufügen, kurz: es lernt soziales Verhalten.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Attacken
„Attacken“ jeglicher Art sind nicht gegen uns Eltern gerichtet (wenngleich sie an uns gerichtet sind), sondern sind allgemein gefühlsmässigen Problemen mit Beziehungen zuzuschreiben.
Eltern müssen zwar nicht jedes Verhalten der Kinder billigen, sollten sich aber grosszügig zeigen, denn Moralpredigten und Ermahnungen stossen Kinder zurück und verbauen den Weg für echte Gespräche.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Attacken
Eltern sollten viel mehr immer wieder das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken. Nicht nur durch Lob und Aufmerksamkeit, sondern zunehmend durch das Übertragen von Aufgaben und Verantwortung.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Interesse / Desinteresse der Eltern
Desinteresse der Eltern an den schulischen, sportlichen oder anderen Entwicklungen ihrer Kinder bewirkt, dass bei ihnen der Leistungsreiz ausbleibt.
= Entmutigung durch Aussichtslosigkeit, das Minderwertigkeitsgefühl überwinden zu können und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Interesse / Desinteresse der Eltern
Das könnte dazu führen, dass das Jugendliche sein Leben nicht mehr selber lebt, sondern von Fernseh- und Kinohelden leben lässt, die stellvertretend grosse und mutige Taten begehen, während es selbst nicht einmal den Schritt in die Konfliktlösung wagt.
Eine von Suchtverhalten begleitete innere Leere wäre die Folge.
8. Konflikte, Aggressionen, Attacken, Interesse/Desinteresse
Interesse / Desinteresse der Eltern
Wir müssen unseren Kindern immer wieder sagen und ihnen durch Taten beweisen, dass sie uns (trotz allem) viel Wert sind und dass sie auf uns zählen können, wenngleich wir vielleicht ihre Meinungen und Ansichten nur noch selten teilen können.
9. Zusammenfassung
Pubertät setzt jedes Jahr früher ein
Pubertät bedeutet für das Jugendliche: Wagnis eingehen, grosse Gefahren in Kauf nehmen, bei gleichzeitig sehr starker Verunsicherung.
Diskrepanz Körper/Geist
Präfrontaler Kortex noch nicht ausgereift
Noch keine Myellinhüllen
Unsicherheitsgefühl wird durch viele verschiedene Hormone zusätzlich verstärkt (Gefühlslabilität)
Tief greifende psychische und soziale Neuorientierung
Suche nach Identität und eigenem Weltbild
9. Zusammenfassung
Loslösen von den Eltern und temporär im Nichts leben
Sich zurechtfinden in einer Welt mit nur noch wenigen Werten.
Aufkommende Aggressionen „irgendwo“ loswerden
Konflikte suchen müssen
Sich stets einen Ausweg aus der Minderwertigkeit suchen und offen halten
Werte-Wandel: Fall aus dem Raum in die Zeit
Suche nach Sinn (Zusammenhängen)
Eine Alternative zur Gemeinschaft „Familie“ suchen
9. Zusammenfassung
Für Eltern:
Ihrem Kind immer einen Ausweg aus seinem Minderwertigkeitsgefühl offen halten
Das Gemeinschaftsgefühl ihres Kindes stärken
Keine "verhätschelnde" Erziehung
Keine autoritäre Erziehung
Eltern-Kind-Beziehung auf gleichwertiger Ebene
Auf Signale des Jugendlichen achten
9. Zusammenfassung
Für Eltern:
Ihrem Kind Sinn (Zusammenhang) vermitteln
Dem Kind Werte nahe legen und vorleben (ohne Moralpredigten)
"Attacken" sind nicht gegen die Eltern gerichtet
Aggressionen des Jugendlichen dürfen nicht "nach innen" gehen
Nicht jeden Konflikt bis zum (bitteren) Ende "durchboxen„
Unterstützend wirken, Interesse zeigen
10. Nachsätze
“Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.„ (Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.)
Kinder haben ein Recht auf eine eigene Identität!
10. Nachsätze
"Abschlussprüfung für Eltern: Verstehen, ohne mehr erkennbar verstanden zu werden; lieben, ohne mehr fühlbar geliebt zu werden, Vorbild sein, ohne mehr direkt Vorbild zu sein.„ (Hugo Weyermann)
10. Nachsätze
"Zwischen dem mit Spiel, Erziehung und Ausbildung überwucherten Berg der Kindlichkeit und dem Massiv des Erwachsen-Seins, wo unzählige Pflichten wie scharfe Felsblöcke hervorragen, befindet sich die tiefe Schlucht der Anarchie, welche vom mutigen Jugendlichen nur über die hohe, schmale und schwankende Hängebrücke der Selbstfindung überwunden werden kann.„ (Hugo Weyermann)
10. Nachsätze
"Der Sturm des pubertierenden Kindes ist das Diplom für seine Eltern!„ (Hugo Weyermann)
Der Mensch schuldet dem Kind das Beste, was er zu geben hat. (Aus der UNO-Deklaration zum Schutz des Kindes)
Leicht ist es, ein Reich zu regieren, aber schwer eine Familie. (Sprichwort aus China)
Pubertät und Adoleszenz